Stresa an der südlichen piemontesischen Seite hat Weltruhm, das zumindest schreiben viele Reiseführer. Für den Normalurlauber ist dies allerdings auf den ersten Blick nicht immer nachvollziehbar, ist hier im Sommer doch einfach viel los und die Hektik z.B. am Parkplatz sehr groß.

Bild zeigt Stresa am Lago Maggiore

Die Hotelpreise sind für viele nicht bezahlbar. Allein die Fußgängerzone in Stresa, die gegenüber der Schiffsanlegestelle beginnt, ist hollywoodreif inszeniert: wie in einer italienischen Autoraststätte wird man vom Eingang bis zum Ende ‚durch gezwungen‘. Wen das nicht stört, genießt Stresa als einen sehr gut organisierten Urlaubsort mit viel Service und einer tollen Hotel-Landschaft. Schon früh (Mitte des 19. Jahrhunderts) hatten einige Hoteliers die Signale auf Erfolg gestellt, und auch die Stadt hat dieses Engagement mit Maßnahmen, z.B. im Bereich Sport und Kultur, unterstützt.

Nicht umsonst stehen entlang der Straße zwischen Baveno und Stresa unzählige Hotels von einer Pracht, die nicht einmal in Bellagio am Comer See oder Gardone am Lago di Garda zu finden ist. Es ist nicht so, dass man unbedingt dort wohnen möchte, die Uferstraße verläuft schließlich direkt vor der Haustür, aber beeindruckend sind die Gebäude allemal.

Und irgendwie möchte jeder wissen, was sich hinter diesen Fassaden, die die Lebensart der viel genannten ‚Belle Epoque‘ repräsentieren, verbirgt. In den oberen Ortsteilen verstecken sich weitere kleinere, ebenfalls erstklassige Häuser (auch B&Bs) mit sagenhafter Aussicht auf den borromäischen Golf mit den drei Inseln Isola Madre, Isola Bella und Isola dei Pescatori, die Hauptattraktionen des Lago Maggiore.

Bild zeigt Isola dei Pescatori

Von Baveno und Stresa aus hat man übrigens die beste Verbindung zu den berühmten Inseln. Die Überfahrt ist relativ günstig, ein Kombiticket ermöglicht den Besuch aller Inseln an einem Tag. Gesalzen sind jedoch die Preise der botanischen Gärten und Parks, was viele dazu bringt, erst einmal zurück zu schrecken.

Meist winken Familien mit Kindern ab, da der Gesamtpreis zu hoch ist. Verständlich – aber schade, da es wirklich lohnenswert ist. Rechnen Sie für die Überfahrt, die Eintritte und ein Mittagessen mit 100 Euro. Natürlich sind die Inseln auch nur ‚so‘ zu besuchen, was man mindestens tun sollte – niemand kann sich dieser Schönheit entziehen.