Locarno ist ohne Frage eine der bekanntesten Städte am Lago Maggiore und gehört zur bedeutsamen ‚Metropolregion Tessin‘. Das alljährlich stattfindende Filmfest, die zahlreichen anderen kulturellen Veranstaltungen, die bewegte Geschichte und die vielen Attraktionen aus Natur und Stadt ziehen jedes Jahr eine immer größer werdende Anzahl von Besuchern an.

Bild zeigt Locarno

Sie finden ein bestens organisiertes Touristenzentrum vor, in dem es an nichts fehlt. Am besten erreicht man Locarno mit dem Schiff, da dann die lästige Parkplatzsuche wegfällt und ohnehin jedes gesparte Auto für die Stadt ein Segen ist. 1996 konnte mit der Einweihung des knapp 6 km langen Stadttunnels schon der gesamte Pendlerverkehr von der Schweiz nach Italien und umgekehrt aus der Stadt verdrängt werden. Locarno gilt als wärmster Ort der Schweiz, mit über 2 200 Sonnenstunden pro Jahr lebt es sich mediterran mit üppigem Pflanzenwuchs.

In der Nähe des Lidos befindet sich der Parco delle Camelie, der (wie oft an den oberitalienischen Seen) der Kamelie gewidmet ist. Seit 2005 können Besucher mehrere Hunderte dieser bunt blühenden Blumen entdecken, und das in einem äußerst prachtvoll gestalteten Park. Fast noch interessanter ist der ‚botanische Garten‘, der sich nördlich von Locarno entlang der Uferpromenade in Muralto befindet.

Mitten in der Stadt wachsen dank des milden Klimas v.a. subtropische Baumarten wie Palmen, Zypressen und Myrten. Trotz des milden Mittelmeerklimas am See kann von Herbst bis Frühjahr auf dem Hausberg Locarnos – dem Monte Cimetta – auch Ski gefahren werden. Seit 2000 befördert die Seilbahn, deren Talstation in unmittelbarer Nachbarschaft zu Locarnos berühmtester Kirche (Madonna del Sasso) steht, zu jeder Jahreszeit Natur- und Sportfreunde in Höhen bis fast 3 000 m.


Die meisten Gäste steuern allerdings geradewegs auf die berühmte Piazza Grande zu, die eine unvergleichliche Atmosphäre ausstrahlt und pulsierendes Zentrum von Locarno ist. Hier kauft man ein, hier liegen einige der besten Hotels und während des Filmfestivals ist die Stimmung fast unübertrefflich. Immer am Samstag steigt hier ein authentischer Markt, viele Menschen sitzen unter oder neben den für die Gegend so typischen Arkaden, die im Sommer den nötigen Schatten bieten.

Durch die vielen Touristen reichen diese allerdings schon lange nicht mehr aus, sodass viele bunte Schirme die Piazza prägen. Von dieser führen einige hübsche Gassen in die sehenswerten Altstadtbereiche rund um die Piazza Grande.


Hauptbesuchermagnet ist dabei das Castello Visconteo, das im 13. Jahrhundert gebaut wurde und heute das städtische Museum beheimatet. Berühmt wurde die Burg 1925, als im großen Saal die Verträge von Locarno unterschrieben wurden, welche die Westgrenze zwischen Frankreich und Deutschland festlegten. Zwei Jahrhunderte lebte die Familie Visconti hier und prägte Locarno und das umliegende Gebiet nachhaltig.

In der Nachbarschaft des Castello befindet sich mit der Casorella ein sehenswerter Palast mit schönen Stuckarbeiten und einem Deckengemälde (Urteil des Paris) aus dem Werk des Künstlers Giuseppe Orelli. Ebenfalls im Gebäude verbergen sich Bruchstücke der alten Visconti-Burg vor dem Neuaufbau. Unter den Kirchen ist die Madonna del Sasso mit ihrer einzigartigen Höhenlage über Locarno die schönste. Man erreicht sie per Zahnradbahn, zu Fuß oder mit dem Auto.

Die Kirche wurde im 15./16. Jahrhundert errichtet, nachdem ein Franziskanermönch an jener Stelle zuvor eine Marienerscheinung hatte. Sie ist das am meisten fotografierte Gotteshaus der ganzen Region. Zu Fuß erreichbar und zudem interessant sind die Basilika Santo Vittore hinter dem Bahnhof, die Chiesa Sant‘Antonio südlich der Piazza Grande und die Chiesa Santa Maria in Selva.

Überhaupt trifft man bei einem Rundgang durch die Altstadt immer wieder auf architektonisch besondere Häuser und Palazzi, die vorbildlich ausgeschildert sind. Auf dem Weg zur Maggia-Mündung folgt das Freizeitgelände der Stadt mit dem großen Yachthafen, den Sportanlagen und dem großen Freizeitbad. Dahinter gibt es kleinere freie Badestellen und an der Spitze den vorzüglich gelegenen Campingplatz Delta. Bei niedrigem Wasserstand trauen sich Mutige, den Fluss nach Ascona hin barfuß zu überqueren, bei starker Strömung durchaus nicht ungefährlich. Etwas zurückversetzt liegt die örtliche Falknerei, deren Tribüne so groß ist wie die eines Fußballclubs der 2. Liga.